Sehenswürdigkeiten




Das Brandenburger Tor

Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Victoria gekrönt. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen beiden Stadthälften. Das Tor ist das westliche Ende des Boulevards Unter den Linden, der sich bis zur Museumsinsel in der Spree und dem Berliner Dom hinzieht.

1806:

Nach der verheerenden Niederlage in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt am 14. Oktober fliehen König Friedrich Wilhelm III. und Luise (1776 bis 1810) über Königsberg nach Tilsit und Memel. Der Gouverneur von Berlin, Graf Friedrich Wilhelm von der Schulenburg, lässt am 17. Oktober an der Ecke Friedrichstraße/Unter den Linden und später an anderen markanten Plätzen Anschläge an die Mauern kleben. Zu lesen steht darauf: “Der König hat eine Bataille verloren. Jetzt ist Ruhe die erste Bürgerpflicht.” Am 27. Oktober zieht Napoléon (1769 bis 1821) in die Stadt. Seine Truppen sind bereits hier und waren vornehmlich durch das Hallesche Tor eingedrungen, ohne dass es irgendwo Blutvergießen gegeben hatte. Bonaparte hat es sich vorbehalten mit seinem Stab durch das Brandenburger Tor zu reiten. Alles ist längst perfekt in Szene gesetzt. Zeit war genug.

In den Tagen zuvor hatte er unter anderem auch in Potsdam in der Garnisonkirche am Sarg von Friedrich II. gestanden und zu seiner Entourage gesagt: “Messieurs, der hat Großes getan”. Bei seiner Ankunft in Berlin verletzte Napoléon die strengen Kleiderregeln der Armee. Er trug zu Pferd am helllichten Tag eine frackähnliche grüne Ausgehuniform, die von der französischen Generalität allein bei Galas in Friedensperioden getragen werden durfte. Der grüne Rock kontrastierte zu den roten Satteldecken der Schimmel mit den goldenen Knöpfen am Zaumzeug. Die Berliner gafften und staunten, mitunter kam sogar Jubel auf. So fein rausgeputzt hatten sie Preußens Soldateska noch nie erlebt. Zwei Mamelukken mit Krummsäbeln in der Hand ritten den Tross voraus, Napoléon hatte Sporen, aber keinen Degen. Er schien jeden am Wegesrand mit seinen Augen zu fixieren. Das Eis brach endgültig, als der Sieger von Jena und Auerstedt in Höhe der ersten Linden, an der Kreuzung mit der Wilhelmstraße sein Pferd anhielt. In diesem Augenblick erschall die Marseillaise.


Die East Side Gallery

Die East Side Gallery in Berlin-Friedrichshain ist ein nach Öffnung der Mauer 1989 – im Frühjahr 1990 – von 118 Künstlern aus 21 Ländern bemaltes Stück der Berliner Mauer in der Mühlenstraße zwischen dem Berliner Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke entlang der Spree. Die Künstler kommentierten in 106 Gemälden auf der ehemaligen Ostseite der Mauer mit den unterschiedlichsten künstlerischen Mitteln die politischen Veränderungen der Jahre 1989/90.

Die East Side Gallery ist der größte und bekannteste erhaltene Rest der Grenzanlagen der Berliner Mauer. Die eigentliche Grenze bildete an dieser Stelle die Spree. Die Galerie befindet sich an der so genannten Hinterlandmauer, die das Grenzgebiet nach Ost-Berlin hin bezeichnete.

Am 28. September 1990 wurde die Galerie eröffnet. Sie stellt mit einer Länge von 1316 Meter die längste dauerhafte Open-Air-Galerie der Welt dar. 1991 wurde der als East Side Gallery benannte Mauerstreifen unter Denkmalschutz gestellt.


Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, kurz Holocaust-Mahnmal genannt, ist ein Mahnmal für die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten im Holocaust ermordeten Juden. Zwischen 2003 und Frühjahr 2005 wurde das Bauwerk im Zentrum Berlins auf einer etwa 19.000 m² großen Fläche in der Nähe des Brandenburger Tores errichtet. Der Entwurf stammt von Peter Eisenman. Das Mahnmal wurde am 10. Mai 2005 feierlich eingeweiht und ist seit dem 12. Mai 2005 der Öffentlichkeit zugänglich. Im ersten Jahr kamen über 3,5 Millionen Besucher.

Auf der gewellten Grundfläche wurden 2711 zwischen 0,5° und 2° geneigte Betonquader (Stelen) in parallelen Reihen aufgestellt (54 Nord-Süd- und 87 Ost-West-Achsen). Die Stelen sind hohl mit Wandstärke von ca. 15 cm. Bei identischem Grundriss (2,38 mal 0,95 Meter) sind die Stelen unterschiedlich hoch, zwischen ebenerdig (112 Stück im Gehweg) und 4,7 Meter. Von den nicht-ebenerdigen Stelen sind 367 kleiner als ein Meter, 869 haben Höhen von ein bis zwei Metern, 491 Stelen sind zwischen zwei und drei Metern hoch, 569 Stelen haben eine Höhe zwischen drei und vier Metern und 303 sind größer als vier Meter. Die schwerste wiegt etwa 16 Tonnen. Am Rand des Stelenfelds befinden sich 41 Bäume. Die gepflasterte 13.100 m² große Bodenfläche führt unter das Niveau der umgebenden Straßen. Die gleichmäßig 0,95 Meter schmalen Gänge zwischen den Stelen sind für die Besucher voll begehbar, bieten allerdings nicht genügend Platz, um zu zweit nebeneinander zu gehen.

In einem mehrstufigen Verfahren sind die Stelen speziell oberflächenbehandelt, um einfache Entfernung von Graffiti zu gewährleisten. Die Zahl von 2711 Stelen hat nach Auskunft der Denkmalstiftung keine symbolische Bedeutung, sondern ergibt sich aus den Maßen, die der Architekt für diesen Standort wählte.

Ein unterirdisches, 930 m² großes Museum (Ort der Information) ergänzt den Komplex. Es enthält unter anderem eine Liste aller Namen der bekannten jüdischen Holocaustopfer. Es besteht aus Ausstellungsräumen (778 m²), Vortragsräumen (106 m²) und einem Buchladen (46 m²).


Berliner Museumsinsel

Die Berliner Museumsinsel ist die nördliche Spitze der Spreeinsel im Zentrum Berlins. Sie ist historisch die Keimzelle der Berliner Museumslandschaft und mit ihren Museen heute ein vielbesuchter touristischer Anlaufpunkt und einer der wichtigsten Museumskomplexe der Welt. Seit 1999 gehört die Museumsinsel als weltweit einzigartiges bauliches und kulturelles Ensemble dem Weltkulturerbe der UNESCO an.

Der nördliche Teil der Spreeinsel war im Mittelalter eine sumpfige Flussaue. Während auf dem südlichen, etwas höher gelegenen Teil der Insel im 13. Jahrhundert die Stadt Cölln entstand, wurde der nördliche Teil erst viel später als zum Berliner Schloss gehörender Garten genutzt. Im 17. Jahrhundert wurde der linke Spreearm kanalisiert. Es entstand der heutige Kupfergraben, der den nördlichen Teil der Insel entwässerte. Zwischen Spree und Kupfergraben entstand der Cöllnische Werder, auf dem nach Mitte des 17. Jahrhunderts eine Lustgartenanlage entstanden war. 1748 wurde einer der letzten Reste des Lustgartens, der Pomeranzenhof (eine Orangerie für Südfrüchte, Palmen und exotische Pflanzen) zum alten Packhof umgewandelt und diente seitdem der Bewältigung des gestiegenen Handels über die Wasserwege. Weitere Packhöfe, ein Mehlhaus und ein Salzmagazin folgten.

1797 griff König Friedrich Wilhelm II. den Vorschlag des Archäologen und Kunstprofessors Alois Hirt auf, ein Museum für die Ausstellung antiker und neuzeitlicher Kunstschätze zu errichten. 1810 wurde in einer Kabinettsorder von König Friedrich Wilhelm III. bestimmt „eine öffentliche, gut gewählte Kunstsammlung“ anzulegen. Mit dieser Order bediente er auch die immer lauter werdenden Rufe des Bildungsbürgertums nach öffentlich zugänglichen Kunstsammlungen.

Karl Friedrich Schinkel legte 1822 die Pläne für den Neubau vor, die eine umfassende Neuordnung der nördlichen Spreeinsel zur Folge hatten. Schinkels Bebauungsplan sah neben dem Museumsbau die Anlage mehrerer Brücken und die Begradigung des Kupfergrabens vor. Wilhelm von Humboldt übernahm die Leitung der Kommission zur Errichtung des Museums.

Als erster Bau auf der Museumsinsel entstand 1830 das Alte Museum, das zugleich auch Preußens erstes öffentliches Museum wurde. Im Jahre 1859 wurde das königlich-preußische Museum (heute Neues Museum) eröffnet. 1876 folgte die Nationalgalerie, (heute Alte Nationalgalerie), 1904 das Kaiser-Friedrich-Museum (heute Bode-Museum, 1960 umbenannt nach dem deutschen Kunsthistoriker Wilhelm von Bode) an der Spitze der Insel und 1930 das Pergamonmuseum.

Gegen Ende der 1870er-Jahre setzte sich der Name Museumsinsel für das Areal allgemein durch und demonstrierte damit auch den preußischen Anspruch, Museen zu errichten, die mit den Vorbildern in Paris und London vergleichbar waren. 1880 wurde auf einer Konferenz der Museumsdirektoren beschlossen, zukünftig auf der Museumsinsel nur die hohe Kunst zu beherbergen, die sich zu dieser Zeit ausschließlich auf Kunst aus Europa und dem nahen Osten beschränkte.

Verschiedene Erweiterungsprojekte sollten den ständig unter Raumnot leidenden Sammlungen zusätzliche Ausstellungsfläche verschaffen. Schon Alfred Messel plante für sein Pergamonmuseum einen südlichen Flügelanbau, der die Ägyptische Sammlung aufnehmen sollte. Die zahlreichen technischen wie finanziellen Schwierigkeiten beim Bau des Museums verhinderten die Ausführung.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden im Zuge der Neugestaltungspläne von Albert Speer auch an der Museumsinsel monumentale Neubauten geplant. Der Architekt Wilhelm Kreis entwarf vier zusätzliche riesige Museumsbauten. Am nördlichen Spreeufer, gegenüber dem Bodemuseum, sollten ein „Germanisches Museum“, ein „Museum des 19. Jahrhunderts“ und ein „Museum der ägyptischen und vorderasiatischen Kunst“ entstehen, das in einer späteren Planungsphase ein reines Ägyptisches Museum werden sollte und als der größte der drei Bauten bis zu 75.000 m² Ausstellungsfläche gehabt hätte. Der Erweiterung auf dem Gelände zwischen Friedrichstraße, Oranienburger Straße und Monbijouplatz hätte selbst Schloss Monbijou weichen müssen. Entlang des Kupfergrabens plante Kreis als Erweiterung der militärhistorischen Sammlungen des Zeughauses ein „Weltkriegsmuseum“. Als Pendant zu den Museumsneubauten am nördlichen Spreeufer entwarf der Reichsarchitekt der Hitlerjugend, Hanns Dustmann, am südlichen Spreeufer ein neues Völkerkundemuseum, das sich zwischen Stadtbahn und Spree bis zur Friedrichstraße erstrecken sollte. Die Ausführung aller Pläne verhinderte der Krieg.

Die Museen wurden im Zweiten Weltkrieg zu über 70 % zerstört. Der sukzessive Wiederaufbau der jetzt in Ost-Berlin liegenden Museumsinsel ab 1950 bezog das am schwersten beschädigte Neue Museum nicht mit ein. Die als Schandfleck bezeichnete Ruine des Neuen Museums sollte abgerissen werden, was mangels geeignetem Ausweichquartier für die Zwischennutzung nicht geschah. Erst 1987 entschied man sich dazu, die aufwendigen Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen zu beginnen. Eine Gesamtinstandsetzung der Museumsinsel war vor 1990 geplant, konnte jedoch auf Grund der enormen Kosten nicht begonnen werden.

Nach der Wiedervereinigung begannen Ende der 1990er-Jahre umfassende Sanierungen der Museumsinsel, 1999 beschloss der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Masterplan Museumsinsel. Dieser sieht die Sanierung des Gebäudebestandes vor, die bauliche Zusammenfassung zu einem Museumsensemble und die Neuordnung der vor 1990 geteilten Sammlungen.


Neue Wache

Unter den Linden 4, Mitte
1816-18 von Karl Friedrich Schinkel; Umbauten: 1931 zum Reichsehrenmal von Heinrich Tessenow, 1960 zum Mahnmal für die Opfer des Faschismus, 1993 zur Zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland

Die Neue Wache ist der früheste Bau Karl Friedrich Schinkels in Berlin und zählt zu den Hauptwerken des deutschen Klassizismus. Im Auftrag Friedrich Wilhelms III. wurde sie 1816-18 als Wachgebäude für das Kronprinzenpalais anstelle der alten Artilleriewache im Kastanienwäldchen erbaut. Schinkel verlieh dem relativ kleinen Baukörper durch klare Formen, wuchtige Eckrisalite und den strengen dorischen Säulenportikus eine Monumentalität, die selbst der Konkurrenz der benachbarten Gebäude von Zeughaus und Universität standhalten konnte. Auf das Vorbild für seinen Entwurf verwies Schinkel selbst: “Der Plan dieses ringsum ganz freiliegenden Gebäudes ist einem römischen Castrum ungefähr nachgeformt, deshalb die vier festeren Ecktürme, und der innere Hof (…)”. Den römischen Wehrbau ergänzte er durch den dorischen Portikus und schuf eine einfache, aber wirkungsvolle Fassade, die mit der gegenüberliegenden Oper in Beziehung tritt, ohne auf die einem Zweckbau angemessene Bescheidenheit zu verzichten. Schinkels – sparsames – Skulpturenprogramm erhebt die Wache darüber hinaus zu einem politischen Monument der Befreiungskriege. Das Giebelfeld zeigt die Siegesgöttin, die eine Schlacht lenkt beziehungsweise entscheidet.

Als Haupt- und Königswache diente das Gebäude bis zum Ende der Monarchie im Jahre 1918. Heinrich Tessenow veränderte das Gebäude 1930-31 zu einem Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges und baute den ursprünglich eineinhalbgeschossigen Innenraum mit Binnenhof zu einer Gedenkhalle mit kreisrundem Oberlicht um. Bis 1945 diente die Neue Wache als “Ehrenmahl für die Gefallenen des Krieges”. Nach Kriegszerstörungen wurde die Gedächtnisstätte 1957-60 unter Heinz Mehlan als “Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus” wiederaufgebaut. Lothar Kwasnitza fügte 1969 aus Anlass des zwanzigsten Jahrestages der Gründung der DDR einen prismatisch strukturierten Glaskörper mit Ewiger Flamme im Zentrum des Raumes hinzu. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Neue Wache am Volkstrauertag 1993 als “Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland” mit der trauernden Mutterfigur von Käthe Kollwitz im rekonstruierten “monumental-leeren Innenraum” Tessenows eröffnet.


Der Potsdamer Platz

Der Potsdamer Platz ist ein Verkehrsknoten im Berliner Ortsteil Tiergarten im Bezirk Mitte zwischen der alten Innenstadt im Osten und dem neuen Berliner Westen. Als Doppelplatzanlage schließt er sich westlich an den Leipziger Platz an und liegt direkt vor dem ehemaligen Potsdamer Stadttor und der damaligen Akzisemauer.

Bis zum Zweiten Weltkrieg war der Potsdamer Platz vor dem gleichnamigen Fernbahnhof mit seinen vielen sich kreuzenden Straßenbahn- und Omnibuslinien und der ersten Lichtzeichenanlage auf dem Kontinent einer der verkehrsreichsten Plätze Europas und ein beliebter Treffpunkt der politischen, sozialen und kulturellen Szene Berlins.

Das nach 1990 auf dem alten Stadtgrundriss größtenteils neu bebaute Terrain zählt zu den markantesten Orten der Stadt und wird von zahlreichen Touristen besucht.

Anfang des 18. Jahrhunderts lag der Potsdamer Platz unmittelbar vor der Stadtmauer am Potsdamer Tor. Er hatte die Funktion eines Verkehrsverteilers, da alle Straßen aus dem Westen und Südwesten auf das Tor zuliefen, und stellte eine fünfarmige Straßenkreuzung dar, aus der sich schnell ein Verkehrsknotenpunkt an der alten Reichsstraße 1 entwickelte, die Ostpreußen mit dem Rheinland verband. In den Jahren 1823 und 1824 wurde das zwischen Potsdamer und Leipziger Platz liegende Stadttor Richtung Potsdam (Leipziger Tor oder auch Potsdamer Tor genannt) von dem königlichen Baumeister Karl Friedrich Schinkel baulich ausgestaltet. Die von ihm gestalteten Torhäuschen (die sogenannten „Schinkel“) des Neuen Potsdamer Thores blieben auch nach dem Abriss der Akzisemauer 1867 stehen und prägten mit ihrer klassizistischen Architektur den Platz bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Durch die Errichtung des Potsdamer Fernbahnhofs im Jahr 1838 wandelte sich der Charakter des nahe dem alten Berliner Zentrum gelegenen Platzes Zug um Zug zu einem großstädtischen Umschlagplatz für Menschen und Waren. 1902 kam der westliche Endpunkt von Berlins erster U-Bahn-Linie hinzu. In rascher Folge entstanden Hotels und Gastronomiebetriebe: das „Grand-Hotel Bellevue“, das „Palast Hotel“, der „Fürstenhof“, das „Pschorr-Bräu“ sowie der Literaten- und Künstlertreffpunkt „Café Josty“.

An der Stresemann- Ecke Köthener Straße wurde 1911/1912 von dem Architekten Franz Schwechten das für die damalige Zeit gewaltige, sechsstöckige „Haus Potsdam“ errichtet, eine Mischung aus Vergnügungspalast und Verwaltungshochhaus. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 wurde das darin gelegene „Café Piccadilly“ in „Kaffee Vaterland“ umbenannt. Im Haus war ein großes Kino untergebracht, außerdem besaß hier die Ufa Büroräume. In den Jahren 1926 bis 1928 wurde das Gebäude umgebaut und erweitert. Unter dem Namen „Haus Vaterland“ avancierte es unter Leitung der Gastronomenfamilie Kempinski zu Deutschlands größtem Amüsierpalast. Davor nordöstlich des Bahnhofes befand sich bis 1922 der winzige Friedhof der Dreifaltigkeitsgemeinde und „Mutter Michaelis’ Blumenhalle“.

Bekannt waren die „Rheinterrassen“ (mit einer stündlichen Gewittersimulation), das „Wiener Café“ und „Weinlokal Grinzing“ sowie die bayerische „Bierstube Löwenbräu“. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude mehrfach schwer beschädigt. Die Räume des „Kaffee Vaterland“ im nördlichen Teil des Gebäudes konnten nach dem Krieg noch mit einfachen Mitteln als „HO-Gaststätte Haus Vaterland“ hergerichtet und weiter betrieben werden. Durch die Lage direkt an der Sektorengrenze geriet das große Gebäude in eine innerstädtische Randlage. Nach dem Mauerbau 1961 bis zu einem Gebietstausch 1972 war es nicht mehr zugänglich, verfiel zunehmend und wurde schließlich 1976 abgerissen. Ein weiteres bekanntes Gebäude am Potsdamer Platz war das Vox-Haus. Es wurde nach dem Ersten Weltkrieg zum Funkhaus umgebaut und war 1923 die Geburtsstätte des deutschen Rundfunks.

Als zentrumsnaher Dreh- und Angelpunkt entwickelte sich die Gegend um den Potsdamer Platz auch zu einem großstädtischen Amüsierviertel. Während hier tagsüber Angestellte, Sekretärinnen, Geschäftsleute und Touristen flanierten, bestimmten nachts Amüsierwillige, Varietébesucher und Prostituierte das Bild. Obwohl die Ausübung der Prostitution im kaiserlichen Berlin strengstens untersagt war, entstand seit Beginn des 20. Jahrhunderts rund um den Platz ein veritables Rotlichtmilieu. Verewigt wurde diese Seite des Potsdamer Platzes durch ein bekanntes Gemälde des expressionistischen Künstlers Ernst Ludwig Kirchner („Potsdamer Platz, 1914“), das zwei mondän gekleidete Frauen sowie eine Reihe weiterer Personen vor einem Nachtleben-Hintergrund inszeniert.

Der sogenannte „Verkehrsturm“ prägte ab 1924 das Bild des Platzes. Aufgrund des großen Verkehrsaufkommens ließ ihn die Berliner Stadtverwaltung 1924 in dessen Mitte mit der ersten Verkehrsampel Deutschlands aufstellen, deren drei Lichter noch horizontal und nicht, wie heute üblich, vertikal angeordnet waren. Mit dem Bau der unterirdischen verlaufenden S-Bahn endete die Zeit des Verkehrsturms, der in der Nacht vom 1. zum 2. Oktober 1937 demontiert wurde. Vervollständigt wurde die Reihe moderner, ehrgeiziger Gebäude rund um den pulsierenden Verkehrsknotenpunkt mit dem 1928/1929 nach den Entwürfen von Erich Mendelsohn erbauten Columbushaus.

Bis in den Zweiten Weltkrieg hinein war der Potsdamer Platz einer der belebtesten Plätze Europas. Nach den Bombardements der Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er jedoch zur Hälfte in Trümmern. Nach Kriegsende wurde der Platz zunächst zum „Dreiländereck“ zwischen dem sowjetischen, dem britischen sowie dem amerikanischen Sektor, so dass sich schon bald ein blühender Schwarzmarkt herausbildete. Mit der Einführung der D-Mark in den westlichen Sektoren und dem Beginn der Berliner Blockade im Juni 1948 änderte sich das Bild jedoch bereits wieder und am 21. August des gleichen Jahres wurde erstmals der Grenzverlauf zwischen dem sowjetischen und den angrenzenden Westsektoren mit einem Strich im Asphalt markiert.

In der Erwartung eines baldigen Wiederaufbaus wurde – wie auch in anderen Teilen der Stadt – am Potsdamer Platz zunächst ein Teil der Bebauung notdürftig wiederhergerichtet, freilich in verringerten Formen und ohne den Pomp und Gloria der 1920er-Jahre. So wurde zum Beispiel in dem ehemaligen Vergnügungspalast Haus Vaterland wieder eine Gaststätte eingerichtet. Auch in den unteren Stockwerken des ausgebrannten, zehnstöckigen Columbushauses wurde eines der ersten HO-Kaufhäuser eingerichtet. Bei dem Volksaufstand am 17. Juni 1953 brannten das genau an der Grenze des Sowjetsektors gelegene Geschäftshaus, das Haus Vaterland und weitere Gebäude jedoch erneut nieder. In den folgenden Jahren machte sich recht bald in praktisch allen Gebäuden rund um den Potsdamer Platz, die die Zerstörungen des Krieges halbwegs überstanden hatten, Leerstand breit, da das gesamte Areal über Jahrzehnte hinweg für Investoren jegliches Interesse verloren hatte.

Diese Entwicklung verstärkte sich noch im Jahr 1961, als der Platz durch die Berliner Mauer geteilt und somit de facto zum Grenzgebiet wurde. Bis Mitte der 1970er-Jahre wurden nahezu alle übriggebliebenen Gebäude abgerissen. Auf der Ostseite des Platzes war hierfür das übersteigerte Sicherheitsbedürfnis der DDR verantwortlich: An keiner anderen Stelle der Berliner Mauer waren die eigentliche Mauer und die sogenannte „Hinterlandmauer“ durch einen derart breiten Todesstreifen voneinander getrennt wie am Potsdamer Platz. Alle Gebäude, die innerhalb des Streifens lagen, mussten verschwinden, darunter fast alle Häuser an der Zimmerstraße sowie die Reste des Kaufhauses Wertheim am Leipziger Platz. Auf der Westseite kaufte der Senat von Berlin nach und nach die ungenutzten Ruinengrundstücke auf, um die Gebäudereste abzureißen, da diese auch eine Gefahrenquelle darstellten. So wurden unter anderem die Reste des Anhalter Bahnhofs, das Prinz-Albrecht-Palais und das Völkerkundemuseum geopfert. Im Jahre 1976 wurden die noch recht beachtlichen Reste des Hauses Vaterland abgetragen. Zu jener Zeit plante man noch, das Gelände für den Bau einer Stadtautobahn zu nutzen, die allerdings niemals gebaut wurde. Ein langsamer Meinungswechsel setzte im Westen aber im Jahr 1981 mit der Wiederherstellung des Martin-Gropius-Baus, des ehemaligen Kunstgewerbemuseums, ein.

Bis zum Fall der Mauer im Jahr 1989 fristete der Platz auf diese Weise ein recht randständiges Dasein als innerstädtische Brache. Abseits der üblichen Touristenströme, aber auch unbeachtet von den meisten West-Berlinern besiedelten den auf der Westseite der Mauer gelegene Teil des Areals eine Handvoll von Imbissbuden, Souvenirgeschäften für Touristen sowie Podeste, von denen aus man einen Blick in den östlichen Teil der Stadt erhalten konnte. In dem 1987 gedrehten Film Der Himmel über Berlin von Wim Wenders spielen einige Szenen auf dem westlichen Teil des Geländes.

Nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 stellte sich nach Jahrzehnten der Vernachlässigung fast über Nacht eine völlig neue Situation ein. Schon wenige Tage später wurde am Potsdamer Platz ein Stück der Mauer abgebrochen, ein aufgegrabenes Straßenstück asphaltiert und am 12. November 1989 ein provisorischer Grenzübergang geschaffen.

Im Jahr 1990, kurz nach der Öffnung der Mauer, führte Roger Waters das Konzert The Wall auf dem Niemandsland zwischen Potsdamer Platz und Pariser Platz auf. Es wurde das bislang größte Konzert in der Geschichte der Rockmusik. In Hinblick auf die Stadtentwicklung stellte sich spätestens seit der Wiedervereinigung die Frage, wie die traditionelle Klammer zwischen dem östlichen und dem westlichen Zentrum Berlins in Zukunft aussehen sollte. Die Veräußerung der Grundstücke an den damaligen Automobilkonzern Daimler-Benz AG (1998–2007 DaimlerChrysler AG, seit 2007 Daimler AG) seitens des Berliner Senats erfolgte sehr rasch. Senatsbaudirektor Hans Stimmann versuchte, eine an den traditionellen Traufhöhen und Blockstrukturen Berlins orientierte städtebauliche Anlage durchzusetzen, die im Stil der Postmodernen Architektur gehalten sein sollte. Sie sollte der von Stimmann so bezeichneten „Europäischen Stadt“ und dem Begriff einer „kritischen Rekonstruktion“ entsprechen. Dem entsprach das Projekt der Architekten Hilmer und Sattler mit seiner weitgehend einheitlichen Traufhöhe von 35 Metern. Die unzufriedenen Investoren lancierten allerdings ein Alternativprojekt des internationalen Stararchitekten Richard Rogers, und setzten sich mit ihrem stark verdichteten Konzept einer „(Hochhaus-)City für das 21. Jahrhundert“ durch. Die realisierte Lösung fand nicht nur Zustimmung, sondern zog auch Kritik auf sich. Kritisiert wurde zum einen die Schnelle der Veräußerung, zum zweiten die Aufgabe eigenen städtischen Planungswillens und zum dritten die Tatsache, dass die Investoren die Straßen und Plätze nicht nur errichteten, sondern durch den Eigentumserwerb auch das Hausrecht in einem öffentlich zugänglichen Stadtgelände erwarben. Der Architekt Rem Koolhaas, als einer der Juroren des Potsdamer-Platz-Wettbewerbs, geißelte die Pläne als einem „dilettantischen Bild der Stadt“ entspringend und verließ 1991 die Jury. Befürworter hingegen wiesen auf die angespannte Berliner Finanzlage hin und argumentierten, dass die Neugestaltung der riesigen Brachfläche letztlich nur durch einen kühnen Wurf aus einem Guss möglich sei.

Während der 1990er-Jahre wurde der Potsdamer Platz zur „größten Baustelle Europas“. Von einem als „Infobox“ bezeichneten Aussichts-Container auf dem gegenüber liegenden Leipziger Platz konnten Berliner und Touristen den Fortschritt der Bauarbeiten beobachten und Modelle der zukünftigen Bauten betrachten. Grob eingeteilt entstanden auf der an den ehemaligen Potsdamer Platz angrenzenden Brache vier unterschiedliche Komplexe. Das nordwestliche, zwischen der neuerbauten Entlastungsstraße und dem (neuen) Potsdamer Platz liegende, 27.000 m² umfassende Sony Center wurde vom dem US-Amerikaner Helmut Jahn gestaltet. Untergebracht sind in dem dreieckigen Areal Cafés, das Filmmuseum Berlin mit der „Deutschen Kinemathek“, Appartements, Büros sowie die europäische Zentrale von Sony. Richtung (neuer) Potsdamer Platz endet das Sony-Areal mit dem Sitz der Holding der Deutschen Bahn in Berlin, dem BahnTower.

Südlich daran schließt sich das Gelände von Daimler an, mit rund 70.000 m² der beherrschende Gebäudekomplex am heutigen Potsdamer Platz. Unter anderem steht hier das von dem italienischen Stararchitekten Renzo Piano entworfene debis-Haus, ehemaliger Hauptsitz der Daimler-Dienstleistungstochter debis und erkennbar an dem markanten grünen Würfel auf seiner Spitze. Heute hat dort die Daimler Financial Services ihren Firmensitz.

Direkt gegenüber dem BahnTower befindet sich ein weiteres markantes Hochhaus: der von Hans Kollhoff im New Yorker Backsteinstil entworfene, 103 Meter hohe Kollhoff-Tower. Laut Eigenaussage enthält er den schnellsten Aufzug Europas und ermöglicht von der oben liegenden Dachterrasse einen guten Überblick über den Potsdamer Platz und seine Umgebung.

Auch die restliche Architektur weist teilweise mediterrane Stilzitate auf. Mittelpunkt des Quartiers Daimler ist der im Westen gelegene Marlene-Dietrich-Platz. Um ihn herum angesiedelt sind das Theater am Potsdamer Platz (ehemals Musical-Theater Berlin), das BlueMax (Theater der Blue Man Group, ehemaliges IMAX-Kino), ein Spielcasino, das Luxushotel Grand Hyatt Berlin sowie Varietébühnen und Restaurants. Durch die Lage zwischen zwei Gebäudereihen im südlichen Block und der Überdachung bilden die Potsdamer Platz Arkaden eine überdachte Einkaufsstraße.

Den südlichen Abschluss der Hochhaus-Triade am Platz bildet ein von Renzo Piano entworfenes Gebäude, in dem heute PricewaterhouseCoopers seine Berlin-Niederlassung hat. Es hat, wie der benachbarte Kollhoff-Tower – einen dreieckigen Grundriss und ist im hinteren Bereich treppenartig gestaltet – sodass es zur nachfolgenden Bebauung überleitet. Der obere senkrechte Teil hat aber im Gegensatz zum Kollhoff-Tower eine verglaste Fassade. In die beiden neuen Gesamtkomplexe integriert sind auch die beiden einzigen übrig gebliebenen Altbauten:

  • Das ehemalige Weinhaus Huth im Quartier Daimler ist mittlerweile ein Restaurant.
  • Die Überreste des alten Hotels Esplanade wurden in das Sony Center integriert. Hierzu war eine spektakuläre und aufwendige Versetzung des „Kaisersaals“ notwendig: Er wurde um 75 Meter verschoben.

Zwei kleinere Baueinheiten komplettieren die Neubebauung der ehemaligen Brache: im Norden das zwischen Sony Center und Tiergarten gelegene, unter anderem von Otto Beisheim errichtete Beisheim-Center mit mehreren Hotels wie dem Marriott und dem Ritz-Carlton, und weiter im Süden die Park Kolonnaden – fünf vorwiegend mit Büroraum verplante Gebäude. Am östlichen Ende des Potsdamer Platzes steht das von Hans Kollhoff entworfene Delbrück-Hochhaus, auch bekannt als P5. Ebenso wie im Kollhoff-Tower finden sich im Delbrück-Hochhaus renommierte Rechtsanwalts-, Steuerberater-, Wirtschaftsprüfer- und Unternehmensberaterbüros. Unterirdische Tunnel ermöglichen eine Verbindung zwischen den Appartementhochhäusern und dem Bahntower.

Mit dem Tilla-Durieux-Park und dem Henriette-Herz-Park wurden auch zwei Parkanlagen realisiert. Der Tilla-Durieux-Park grenzt über eine schräge, sich der Länge nach um die eigene Achse drehende Wiesenfläche das Quartier Daimler von den Park Kolonnaden ab. Er befindet sich an der Stelle des ehemaligen Potsdamer Bahnhofs. Unter ihm verlaufen die vier Bahnröhren des Tiergartentunnels. In der Mitte der rechteckigen, 450 Meter langen Grundfläche ist die Rasenfläche unterbrochen. Fünf überdimensional lange Edelstahlwippen sind dort von den Architekten des Parks angeordnet worden. Sie erfüllten damit auf eine etwas andere Art und Weise die Forderung der Politik nach einem Spielplatz. Zwischen Sony Center und Beisheim-Center liegt der vom gleichen Architektenteam entworfene Henriette-Herz-Park. Besonderes Merkmal dieser zweiten, in Richtung des Tiergartens gelegenen Parkfläche ist die in Schollen gegliederte Höhenmodellierung sowie die aus finnischem Granit bestehende Einfassung der Rasenflächen. Sowohl der Tilla-Durieux-Park als auch der kleinere Henriette-Herz-Park ergänzen die Geschäftigkeit des restlichen Areals durch Räume für Ruhe und Entspannung. Beide Parkanlagen erfreuen sich breiter Akzeptanz und werden – vor allem im Sommer – gerne auch als Liegewiesen zur Erholung genutzt.

Obwohl Firmenhochhäuser, Geschäfts- und Bürobauten das Bild am neuen Potsdamer Platz bestimmen, ist langfristig eine Wohnfläche von 20 % vorgesehen. Hochgerechnet heißt dies, dass hier einmal 20.000 Menschen wohnen sollen. Aufgrund des Reißbrettentwurfs befürchten Kritiker, dass hier letztlich eine „Stadt in der Stadt“ entsteht. Angemerkt wird bei aller Geschäftigkeit, dass sonst zum metropolitanen Straßenbild dazugehörende Personengruppen wie etwa Obdachlose, Punks oder auch Straßenmusiker am Potsdamer Platz nicht anzutreffen sind und das Ganze so einen sehr synthetischen, künstlichen Charakter aufweise.

Zögerlichen Einzug in die lange verödete Berliner Mitte hält mittlerweile auch die Kultur. Ein wesentlicher Meilenstein war die Eröffnung der Berlinale im Jahr 2000 im Sony Center. Der Innenhof des Sony Centers, die Sony Plaza, war zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 als sportliches Sendezentrum des ZDF umgebaut worden. Zumindest Teile des Areals werden mittlerweile von Einheimischen wie Touristen rege frequentiert. Der Komplex hat sich zur fünftwichtigsten Kaufadresse der Hauptstadt entwickelt. Sogar Skeptiker räumen mittlerweile ein, dass durch die Neubebauung zumindest das Leben wieder an den Potsdamer Platz zurückgekehrt ist. 2008 fand in den Parkkolonnaden erstmalig die Expressionale mit Kunst des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit statt.

Anfang Oktober 2007 wurde bekannt, dass die Großkonzerne Daimler und Sony ihre Areale zum Verkauf anbieten. Am 13. Dezember 2007 wurde das Daimler-Areal an die Immobilientochter des Finanzdienstleistungskonzerns SEB zu einem unveröffentlichten Preis verkauft, der gewünschte Mindestpreis wurde mit 1,2 Mrd. Euro angegeben. Hierzu gehören unter anderem die Potsdamer Platz Arkaden. Daimler bleibt bis 2012 mit 50 % Hauptmieter in den Gebäuden.

Die rote „Infobox“ wurde nach dem Ende der Neubebauung im Jahr 2001 demontiert. Ein ähnliches Bebauungskonzept ist auch für den östlich an den Potsdamer Platz anschließenden und inzwischen weitgehend bebauten Leipziger Platz vorgesehen.


Das Reichstagsgebäude

(kurz: Reichstag; offiziell: Plenarbereich Reichstagsgebäude) in Berlin ist seit 1999 Sitz des Deutschen Bundestages. Auch die Bundesversammlung tritt hier seit 1994 alle fünf Jahre zur Wahl des deutschen Bundespräsidenten zusammen.

Der Bau wurde von dem Architekten Paul Wallot 1884 bis 1894 im Stil der Neorenaissance im Ortsteil Tiergarten (heute zum Bezirk Mitte gehörend) errichtet. Er beherbergte bis 1918 den Reichstag des deutschen Kaiserreichs und anschließend das Parlament der Weimarer Republik. Durch den Reichstagsbrand von 1933 und durch Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt, wurde das Gebäude in den 1960er Jahren in modernisierter Form wiederhergestellt und von 1991 bis 1999 noch einmal grundlegend umgestaltet.

Die nachträglich konzipierte Kuppel hat sich zur vielbesuchten Attraktion und zu einem Wahrzeichen Berlins entwickelt. Besucher können das Gebäude durch das Westportal betreten. Nach einer Sicherheitskontrolle gelangen sie mit zwei Fahrstühlen zunächst auf das 24 Meter hoch gelegene, begehbare Dach (im hinteren Bereich der Dachterrasse befindet sich das kleine Restaurant „Käfer“). Die dort aufgelagerte Kuppel misst 38 Meter im Durchmesser, hat eine Höhe von 23,5 Meter und wiegt 1200 Tonnen. Ihr Stahlskelett besteht aus 24 senkrechten Rippen im Abstand von 15 Grad und 17 waagerechten Ringen mit einem Abstand von 1,65 Meter, verkleidet mit 3000 Quadratmeter Glas. An der Innenseite winden sich zwei um 180 Grad versetzte spiralförmige ungefähr 1,8 Meter breite Rampen von jeweils 230 Meter Länge hinauf zu einer Aussichtsplattform 40 Meter über Bodenniveau – beziehungsweise wieder hinunter zur Dachterrasse. Die Scheitelhöhe der Kuppel liegt bei 47 Meter über dem Boden – deutlich niedriger als bei Paul Wallot.[4] Täglich werden im Durchschnitt 8000 Besucher gezählt.

Norman Foster hatte den Auftrag für den Umbau des Parlamentssitzes mit der strikten Auflage erhalten, dass die Gesamtkosten 600 Millionen DM nicht übersteigen dürften, eingeschlossen alle Aufwendungen für die Kuppel sowie Nebenkosten und Honorare. Am 19. April 1999 fand die symbolische Schlüsselübergabe an den Präsidenten des Deutschen Bundestages sowie die erste reguläre Plenarsitzung statt. Der Umbau war nach rund vier Jahren Bauzeit termin- und kostengerecht abgeschlossen.

Seine ständige Arbeit im umgebauten Gebäude nahm der Bundestag am 7. September 1999 auf.

Bis zum Juni 2006 haben insgesamt mehr als 18 Millionen Menschen den Reichstag besucht, um die Kuppel zu ersteigen, Debatten zu verfolgen oder sich durch das Haus führen zu lassen.

Beim Umbau des Reichstagsgebäudes in den 1990er-Jahren entstand ein Bauwerk, das in seiner Berücksichtigung ökologischer Faktoren für Planer und Ingenieure vorbildlich sein sollte. Das Heiz- und Energiesystem besteht aus einer Kombination von Solartechnik und mechanischer Belüftung, der Nutzung des Bodens als Kälte- und Wärmespeicher, Blockheizkrafttechnik, Kraft-Wärme-Kopplung und der Verwertung nachwachsender Rohstoffe.

Spezielle Verglasungen und Dämmungen verringern Wärmeverluste. Eine Solarstromanlage von mehr als 300 m² auf dem Dach des Reichstagsgebäudes und zwei Blockheizkraftwerke, die mit Bio-Dieselkraftstoff aus Mecklenburg-Vorpommern betrieben werden, können zusammen 82 % des Strombedarfs des Reichstags und der umliegenden Parlamentsgebäude liefern. Im Sommer nutzen Absorptionskältemaschinen einen Teil der Abwärme der Motoren, um die Gebäude zu kühlen. Ein anderer Teil wird dazu verwendet, salzhaltiges Wasser, das aus einem Reservoir in rund 300 Meter Tiefe unter dem Gebäude hochgepumpt wird, auf etwa 70 °C zu erhitzen – danach wird es wieder in die Erde geleitet und dort gespeichert und kann im Winter zur Beheizung der Gebäude dienen. Ein anderes Wasservorkommen in 60 Meter Tiefe kann die winterliche Kälte speichern und bei besonders hohen Sommertemperaturen zur Klimatisierung der Bauwerke beitragen. Durch diese und einige weitere Faktoren werden die jährlichen CO2-Emissionen des Reichstagsgebäudes von ca. 7000 auf 400 bis 1000 Tonnen reduziert.

Auch die Kuppel, die vor allem als prägnantes architektonisches Element wahrgenommen wird, ist in das Energiekonzept integriert. Sie dient zugleich der Belichtung und der Entlüftung des darunter gelegenen Plenarsaals. Tageslicht wird über 360 trichterförmig angeordnete Spiegel in den Saal geleitet. Um blendfreies Licht zu gewährleisten und bei starker Sonneneinstrahlung zu große Aufheizung zu verhindern, kann ein Teil der Spiegel durch einen beweglichen, computergesteuerten, je nach Sonnenstand wirksamen Schirm abgedeckt werden. Im Inneren des Spiegeltrichters wird verbrauchte Luft über eine Abluftdüse zum höchsten Punkt des Gebäudes geleitet und entweicht durch eine kreisrunde Öffnung in der Kuppelmitte; auf diesem Weg passiert sie noch eine Wärmerückgewinnungsanlage, die ihr verwertbare Restenergie entziehen kann. Eine Vorrichtung unmittelbar unter der Kuppelöffnung fängt Regenwasser ab. Für die Versorgung des Reichstages mit Frischluft hatte Wallot im ganzen Hause Belüftungsschächte einbauen lassen. Diese Schächte wurden jetzt wieder freigelegt und nutzbar gemacht.


Alexanderplatz

Auch in der Literatur war der Alexanderplatz immer wieder Schauplatz des Geschehens. Erich Kästner ließ Emil und die Detektive auf dem Alexanderplatz Herrn Grundeis aufspüren und in Alfred Döblin brühmten 1929 erschienenen Roman ‘Berlin Alexanderplatz’ steht der ehemalige Transportarbeiter Franz Biberkopf als Straßen- und Zeitungsverkäufer auf eben dieser Großstadtlichtung.

Der Alexanderplatz in Berlin ist Synonym für die Großstadt, den Trubel, das Treiben, die Lebendigkeit der quirligen Metropole die Berlin vor dem Krieg tatsächlich war, als geteilte Stadt sein wollte und zu dem sie sich nun – in der neuen Freiheit – wieder entwickeln will.

Hier, genau hier an diesem Ort hat Berlin ganz besondere Pläne: Der Alexanderplatz soll Berlins Manhattan werden. 1993 gewannen die Architekten Hans Kollhoff und Helmut Timmermann den Wettbewerb für die urbane Neugestaltung des Alexanderplatzes.
Ihr Entwurf sah zunächst den Bau von 13 Hochhäusern (je 150 m hoch) vor. Nach weiteren Modifizierungen des Bebauungsplans blieben 10 davon übrig. Wann mit deren Bau tatsächlich begonnen wird, ist jedoch noch offen.