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Im Untergrund


Bildquelle: Berliner Unterwelten e.V.

Berliner Unterwelten-Museum

 

Erleben Sie Berliner Stadtgeschichte aus einer ungewöhnlichen Perspektive! Der Berliner Unterwelten e.V. bietet regelmäßige Führungen durch unterirdische Bauwerke an. Rund um den Bahnhof Gesundbrunnen, aber auch an anderen Stellen in der Stadt, führen verschiedene Touren durch geheimnisumwitterte und lange Zeit in Vergessenheit geratene Bunker- und Verkehrsanlagen des Berliner Untergrunds. Führungszeiten und Informationen im Internet oder unter der oben angegebenen Rufnummer. Eine Anmeldung oder Reservierung ist für Gruppen, aber nicht für Individualbesucher möglich.

Tour 1: Dunkle Welten

Zeitgeschichtliche Führung durch einen authentischen Ort

 

Hunderte von Menschen laufen täglich an einer grünen Tür im U-Bahnhof Gesundbrunnen vorbei, ohne zu ahnen, dass sich dahinter ausgedehnte authentische und geschichtsträchtige Räume verbergen. Noch heute ist dort unten zu spüren, wie unangenehm es einst gewesen sein muss, in den engen Räumen der Bunkeranlage eingezwängt zu sein – im Hintergrund das Surren der Lüftungsanlagen und das Dröhnen der Bomber am Himmel. Im Berliner Unterwelten-Museum werden Schwerpunkte wie Bombenkrieg und Luftschutz thematisiert. Gezeigt werden zudem Funde aus Bunkern des ehemaligen Regierungsviertels sowie Kriegsschrott und Bodenfunde als Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkrieges. Im Blickpunkt steht auch die schwierige Thematik „Kriegsbauwerk und Denkmalschutz“. Außerdem erfährt der Besucher viel Interessantes über Dinge, die sich im Berliner Untergrund befinden oder befunden haben. Das Unterwelten-Museum zeigt zudem Bilder und Exponate der Berliner Rohrpost, der Brauereikeller und des Abwassersystems. 



Termine: ganzjährig DO-MO 12, 14 und 16 Uhr, April – Oktober auch DI+MI 12 und 14 Uhr
Anlage: Bunker im U-Bhf. Gesundbrunnen
Dauer ca. 90 Min.
Termine ganzjährig DO-MO 12, 14 und 16 Uhr, April – Oktober auch DI+MI 12 und 14 Uhr

Tour 3

U-Bahn, Bunker und Kalter Krieg -
Berliner Stadtgeschichte aus einer ungewöhnlichen Perspektive

Diese Führung veranschaulicht die Spuren des Kalten Krieges im Untergrund. Anhand mehrerer Themenräume erklären wir in der Zivilschutzanlage unter dem Blochplatz zunächst, auf welch verschlungenen Wegen die „unterirdischen Grenze“ während der Teilung Berlins verlief. So erfahren die Besucher dieser Tour zunächst einiges über die eigentümliche und bizarre Welt der „Geisterbahnhöfe“, wo West-U-Bahnen den Ostteil der Stadt ohne Stopp unterquerten. Auch das Thema „Senatsreserven“ oder die Sicherung der Kanalisation gegen Fluchtversuche in den Westen (Leihgaben der Exponate: Museum im Wasserwerk, Berliner Wasserbetriebe) werden auf diesem Rundgang behandelt. Ebenso wird die Belegung eines Schutzraumes im Kalten Krieg am aktiven Beispiel eingehend erläutert.
Nach einem U-Bahn-Transfer zum benachbarten U-Bahnhof Pankstraße bieten wir Ihnen hier einen Einblick in die Funktionsweise einer „modernen“ Schutzanlage. Diese 1977 bei der Verlängerung der U-Bahnlinie 8 errichtete sogenannte Mehrzweckanlage hätte im „Ernstfall“ rund 3.400 Menschen Schutz für mehrere Wochen bieten sollen. Sie ist damit die viertgrößte Zivilschutzanlage Berlins, die immer noch voll ausgestattet und funktionsfähig ist und sogar über ein unterirdischen Wasserwerk verfügt, um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen.

Anlagen:  Zivilschutzanlagen Blochplatz und Pankstraße
Termine: ganzjährig DO-MO 12, 14 und 16 Uhr
Dauer: ca. 90 Min.

Tour M

Mauerdurchbrüche – Unterirdische Fluchten von Berlin nach Berlin

Seit das SED-Regime im August 1961 die Berliner Mauer errichtete, gab es immer wieder Versuche, mittels in den märkischen Sand gegrabener Tunnel die tödlichen Sperranlagen zu überwinden und die Freiheit zu erlangen. Der erste Tunnel entstand im Dezember 1961, der letzte 1985. Insgesamt waren es siebzig Fluchttunnel; durch die erfolgreichen gelangten über 300 DDR-Bürger nach West-Berlin. Es gab spektakuläre Aktionen, Verrat und bitteres Scheitern, weil die Stasi Wind bekommen hatte. Ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Tunnelbauern und Staatssicherheit entstand, unter zunehmend erschwerten Bedingungen für Fluchtwillige.

In der Tour M erzählen wir nicht nur die Geschichte(n) der Fluchttunnel. Auch die Berliner Geisterbahnhöfe, ihre scheinbar perfekte Sicherung gegen sogenannte Grenzverletzer und das Absperren der Kanalisation gegen unterirdische Fluchtversuche finden bei dieser Führung ausgiebig Erwähnung.
Nach dem Besuch der thematischen Ausstellungsräume in der Zivilschutzanlage Blochplatz geht es per „U-Bahn-Shuttle“ zur Bernauer Straße, einem der Brennpunkte des Mauerbaus und auch einer der Schwerpunkte im Fluchttunnelbau. Auf einer Streckenlänge von nur 350 Metern wurden die Grenzsperranlagen hier siebenmal untertunnelt. An diesen authentischen Schauplätzen der Geschichte berichten wir vor Ort sowohl über verratene und gescheiterte Stollen als auch über die beiden erfolgreichsten und spektakulärsten Fluchttunnelprojekte aus der Zeit der Berliner Mauer.


Anlagen:  Zivilschutzanlage Blochplatz (versch. Themenräume), U-Bahnhof Bernauer Straße, ehemaliges Grenzgebiet Bernauer Straße
Termine: ganzjährig Sa u.So 11 Uhr
Dauer: ca. 120 Min.