Das Konzerthaus Berlin


 Konzerthausorchester-Berlin


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Das Konzerthaus Berlin ist ein klassizistisches Gebäude auf dem Gendarmenmarkt im Berliner Ortsteil Mitte, das nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel erbaut und als „Königliches Schauspielhaus“ am 26. Mai 1821 eingeweiht worden ist. 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, erlitt das Theater schwere Schäden. Nach Wiederaufbau und Umbau zum Konzerthaus wurde es am 1. Oktober 1984 wieder eröffnet und später als „Konzerthaus am Gendarmenmarkt“ bzw. „Konzerthaus Berlin“ bezeichnet. 


Wie der Umbau zum Konzerthaus wurde auch der Spielbetrieb von staatlicher Seite intensiv gefördert. Hans Lessing, der erste Intendant, war zuvor Industrieminister gewesen. Als Musik-Manager sorgte er mit Unterstützung der maßgeblichen Institutionen – Kulturministerium und Kulturabteilung des Zentralkomitees der SED – dafür, dass das neue Haus durch Gastspiele international renommierter Orchester und Solisten sehr bald überregionale Bedeutung gewann. Hausorchester war das Berliner Sinfonie-Orchester (BSO). Mit dem Ende der DDR begann für die Musiker und ihre Spielstätte eine kritische Phase. Die Frage, ob es sinnvoll sei, das Konzerthaus und sein Orchester neben der Philharmonie und den Philharmonikern als städtische Einrichtungen zu erhalten, wurde zunächst verneint; man erörterte neue Nutzungskonzepte, dem Orchester und seinem Dirigenten wurde 1991 gekündigt.
Nach heftigen öffentlichen Protesten musste dieser Kurs revidiert werden. Der Musikwissenschaftler Frank Schneider, bis 1990 Direktor des Instituts für Kunstwissenschaften der Akademie der Künste der DDR, wurde 1992 zum Intendanten berufen. Er entwickelte für das Haus ein wissenschaftlich untermauertes neues Profil, zu dem neben der Pflege klassischer Musik verstärkt die Moderne gehörte, eingeschlossen Auftragswerke und Uraufführungen, dazu grenzüberschreitende Aktivitäten zu anderen Kunstgattungen. Die Politik folgte seinen Vorschlägen. Am 22. September 1992 ordnete der Senat das Berliner Sinfonie-Orchester dauerhaft dem Schauspielhaus zu, beide Institutionen erhielten den Status von „nicht rechtsfähigen Anstalten des öffentlichen Rechts als nachgeordnete Einrichtungen der Senatsverwaltung für kulturelle Angelegenheiten“. Das Schauspielhaus wurde 2001 durch Senatsbeschluss umbenannt in „Konzerthaus am Gendarmenmarkt“, das BSO 2006 in „Konzerthausorchester Berlin“.
Aktuell enthält das Veranstaltungsprogramm des Konzerthauses Berlin jährlich rund 550 Veranstaltungen in vier Spielstätten – Konzerte mit prominenten Künstlern aus dem In- und Ausland, thematische Konzertzyklen, alte Musik, Musik der Gegenwart sowie zahlreiche Angebote für Kinder und Jugendliche. Das Konzerthausorchester gibt je Saison etwa 100 Konzerte. Darüber hinaus wird das Haus als attraktiver Rahmen für besondere gesellschaftliche Ereignisse genutzt. Intendant Frank Schneider geht 2009 in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird am 1. September 2009 Sebastian Nordmann, bisher Intendant der Festspiele in Mecklenburg-Vorpommern.
Im Besucherservice starten die kostenlosen Rundgänge und kostenpflichtigen Führungen durch das Konzerthaus.
 
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Fotos: Christian Nielinger