InBerlinReisen - Reisen in Berlin mit Stephan Dürre
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Berliner Unterwelten

Berlins Untergrund ist löchrig wie ein Schweizer Käse!

In einem ehemaligen Bunker im U-Bahnhof Gesundbrunnen kann man auf vier Etagen alles über die verschiedensten Tunnel und unterirdischen Gänge Berlins erfahren:
Die Ausstellung des Berliner Unterwelten e.V. informiert über die Geschichte und Entwicklung Berlins aus der unterirdischen Perspektive - die Bunkeranlagen in Berlins Untergrund, Bombenfunde und Munitionsbergung aber auch über Berlins Rohrpostsystem, Brauereien und Blinde Tunnel.

Der Berliner Unterwelten e.V. veranstaltet außerdem thematische Führungen u.a. zu den Themen "Dunkle Welten" (durch das Berliner Unterwelten Museum), "Vom Flakturm zum Trümmerberg", "U-Bahn, Bunker und Kalter Krieg" und "Mauerdurchbrüche" mit ungewöhnlichen Einblicken in die Berliner Unterwelt. Die Besucher sehen je nach Tour u.a. ehemalige Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg und dem Kalten Krieg.

Eine Voranmeldung ist nötig.

Tour 1

Dunkle Welten

Zeitgeschichtliche Führung durch einen authentischen Ort

Hunderte von Menschen laufen täglich an einer grünen Tür im U-Bahnhof Gesundbrunnen vorbei, ohne zu ahnen, dass sich dahinter ausgedehnte, authentische und geschichtsträchtige Räume verbergen. Noch heute ist dort unten zu spüren, wie unangenehm es einst gewesen sein muss, in den engen Räumen der Bunkeranlage eingezwängt zu sein – im Hintergrund das Surren der Lüftungsanlagen und das Dröhnen der Bomber am Himmel.

Im Berliner Unterwelten-Museum werden Schwerpunkte wie Bombenkrieg und Luftschutz thematisiert. Gezeigt werden zudem Funde aus Bunkern des ehemaligen Regierungsviertels, sowie Kriegsschrott und Bodenfunde als Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkrieges. Im Blickpunkt steht auch die schwierige Thematik „Kriegsbauwerk und Denkmalschutz“. Außerdem erfährt der Besucher viel Interessantes über Dinge, die sich im Berliner Untergrund befinden oder befunden haben. Das Berliner Unterwelten-Museum zeigt Bilder und Exponate unter anderem der Berliner Rohrpost, der Brauereikeller und des Abwassersystems.

Tour 2

Vom Flakturm zum Trümmerberg

Einstieg in eine faszinierende unterirdische Ruinenlandschaft

Im September 1940 wurde auf persönlichen Befehl Hitlers mit der Planung von Flaktürmen begonnen, die – mit schweren Flakgeschützen bewaffnet – den Berliner Innenstadtbereich gegen Bombenangriffe schützen sollten. Zwischen Herbst 1940 und Frühjahr 1942 entstanden in Berlin drei Flakturmpaare, eines davon im Volkspark Humboldthain. Die Bunker hoben sich mit Abmessungen von ca. 70 mal 70 Metern Seitenlänge und einer Höhe von rund 42 Metern monströs von ihrer Umgebung ab. Unter den meterdicken Stahlbetondecken fanden tausende Zivilisten bei den Bombenangriffen Schutz. In der Nachkriegszeit wurden die Flaktürme von den Alliierten gesprengt. Die Nordseite des Geschützturms im Humboldthain blieb nur deswegen erhalten, weil die nahegelegenen Gleisanlagen der Eisenbahn nicht durch die Sprengung beschädigt werden durften. Bis 1950 wurden im Humboldthain etwa 1,4 Millionen Kubikmeter Schutt abgekippt. Es entstanden zwei Trümmerberge, die Bunkerruinen wurden dadurch weitgehend übererdet.

Seit April 2004 führen wir durch das Innere der Flakturmruine im Volkspark Humboldthain. Bei diesem etwas abenteuerlichen Rundgang werden drei von insgesamt sieben Geschossen der größten Bunkeranlage Berlins gezeigt. Freitragende Abdeckungen und Brücken bieten schwindelerregende Blicke in die Tiefe. Anhand zahlreicher Informationstafeln erläutern unsere Referenten den Besuchern zudem die Geschichte des Bauwerkes. Bisher haben die aktiven Vereinsmitglieder in mehr als 8.000 geleisteten Arbeitsstunden über 1.400 Kubikmeter Trümmerschutt bewegt und zugleich ein Winterquartier für Fledermäuse ausgebaut, das an Bedeutung für die Tiere immer mehr zunimmt. Daher können wir diese Führung nur von April bis Oktober anbieten, um die kleinen Nachtschwärmer nicht in ihrem Winterschlaf zu stören.







Für diese Führung müssen Besucher mindestens 18 Jahre alt sein.

Tour 3

U-Bahn, Bunker, Kalter Krieg

Atomschutz und vermeintliche Sicherheit im „Ernstfall“


Diese Führung veranschaulicht Spuren des Kalten Krieges im Untergrund. In Vorbereitung auf einen möglichen atomaren Konflikt wurden im Westteil Berlins Bunkeranlagen für den Zivilschutz reaktiviert und neue Schutzanlagen errichtet. Insbesondere in der Zeit nach dem Mauerbau investierten Bundesregierung und Senat viele Millionen D-Mark in diese Projekte. Teilweise als „Mehrzweckanlagen“ bezeichnet, benutzen wir diese heute als Parkgaragen, U-Bahnhöfe oder Lagerräume. Der Rundgang führt die Schrecken und die Auswirkung eines möglichen Atomkrieges auf anschauliche Weise vor Augen.

Zuerst zeigen wir unseren Besuchern die Zivilschutzanlage Blochplatz, einen im Kalten Krieg reaktivierten Schutzbau aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Im „Ernstfall“ sollten hier 1.318 Personen für 10, maximal 48 Stunden Schutz finden. Ausstellungsexponate und Fotografien runden die Führung zudem um Themen wie den Schutzraumbau im geteilten Deutschland oder die Funktionsweise von Schutzbelüftungen ab.

Nach einem U-Bahn-Transfer zum benachbarten U-Bahnhof Pankstraße bieten wir Ihnen hier einen Einblick in die Funktionsweise eines „modernen Atomschutzbunkers“. Diese 1977 bei der Verlängerung der U-Bahnlinie 8 errichtete Mehrzweckanlage hätte 3.339 Menschen Schutz für mehrere Wochen bieten sollen. Sie ist damit die viertgrößte Zivilschutzanlage Berlins, die immer noch voll ausgestattet und funktionsfähig ist und sogar über ein unterirdisches Wasserwerk verfügt, um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Riesige Stahlbetontore hätten die Anlage hermetisch abgeriegelt, ein 465-PS-Diesel-Notstromaggregat die unabhängige Stromversorgung übernommen. Mit speziellen Drängelsperren wäre eine Überbelegung verhindert worden. Vor allem die Schlafräume mit den eng aneinander gestellten Vierstockbetten lassen erahnen, welches Schicksal die Überlebenden eines Atomkriegs gehabt hätten…

Tour M

Mauerdurchbrüche

Unterirdische Fluchten von Berlin nach Berlin


Seit das SED-Regime im August 1961 die Berliner Mauer errichtete, gab es immer wieder Versuche, mittels in den märkischen Sand gegrabener Tunnel die tödlichen Sperranlagen zu überwinden und die Freiheit zu erlangen. Der erste Tunnel entstand noch im Oktober 1961, der letzte 1982. Insgesamt gab es mehr als siebzig Fluchttunnel, von denen jedoch nur rund 20 Prozent erfolgreich waren. Durch sie gelangten über 300 DDR-Bürger in die Freiheit nach West-Berlin. Es gab spektakuläre Aktionen, Verrat und bitteres Scheitern, weil die Stasi Wind bekommen hatte. Ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Tunnelbauern und der DDR-Staatssicherheit entstand, unter zunehmend erschwerten Bedingungen für die Fluchthelfer und Fluchtwilligen.

In der Tour M erzählen wir nicht nur die Geschichte(n) der Fluchttunnel. Auch die Berliner Geisterbahnhöfe, ihre scheinbar perfekte Sicherung gegen sogenannte Grenzverletzer und das Absperren der Kanalisation gegen unterirdische Fluchtversuche finden bei dieser Führung ausgiebig Erwähnung.
Nach dem Besuch der thematischen Ausstellungsräume in der Zivilschutzanlage Blochplatz geht es per „U-Bahn-Shuttle“ zur Bernauer Straße, einem der Brennpunkte des Mauerbaus und auch einer der Schwerpunkte im Fluchttunnelbau. Auf einer Streckenlänge von nur 350 Metern wurden die Grenzsperranlagen hier siebenmal untertunnelt. Nahe diesen authentischen Schauplätzen der Geschichte geht es erneuert in den Untergrund. In den historischen Gewölben der ehemaligen Oswald-Berliner-Brauerei berichten wir, wieder tief unter der Erde, anhand von Tunnelnachbauten sowohl von verratenen und gescheiterten Tunnelvorhaben als auch über die beiden erfolgreichsten und spektakulärsten Projekte aus der Zeit der Berliner Mauer, den „Tunnel 29“ und den „Tunnel 57“. Im wieder freigelegten originalen Brauereibrunnen können die Besucher dieser Tour auf den hier sehr tief liegenden Berliner Grundwasserspiegel hinunter blicken. Erst diese besondere Situation ermöglichte das Anlegen sehr tief liegender Fluchttunnel.

Wir empfehlen diese Tour für Schüler frühestens ab der Jahrgangsstufe 10.

Dauer

90 Minuten

Dauer

90 Minuten

Dauer

90 Minuten

Dauer

120 Minuten
Fotos@berliner-unterwelten.de
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