Dauer: ab 45 min

DDR-Zeitzeugin Edda Schönherz – Die Fernsehansagerin

Frau Schönherz ist in Berlin aufgewachsen, ging dort zur Schule und machte zunächst eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau für Bekleidungstextilien. Ab 1966 studierte sie drei Jahre lang an der Fernsehakademie in Adlershof und machte eine Ausbildung zur Ansage- und Fernsehmoderatorin mit Grundkenntnissen der Journalistik.
Mit dem Beginn des Farbfernsehens in Ostdeutschland im Oktober 1969 wurde sie DDR-weit bekannt.

Edda Schönherz gehörte keiner Partei an und stand den Verhältnissen in der DDR kritisch gegenüber. Während eines Urlaubsaufenthaltes in Budapest erkundigte sie sich im August 1974 in den Botschaften der Bundesrepublik und der Vereinigten Staaten nach einer Möglichkeit, die DDR zu verlassen. Da die Botschaften observiert wurden, wurde sie einige Tage später in Ungarn festgenommen, ohne dass man ihr strafbare Handlungen nachweisen konnte. Im September 1974 wurde Edda Schönherz zur „Klärung eines Sachverhalts“ in die Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg gebracht und drei Tage später von dort nach Berlin-Hohenschönhausen verbracht. Im Dezember verurteilte man sie wegen „staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme“ und „Vorbereitung eines ungesetzlichen Grenzübertritts in besonders schwerem Fall“ zu drei Jahren Zuchthaus. Sie kam in das berüchtigte Frauengefängnis Hoheneck in Stollberg/Erzgebirge.

Nach der Entlassung aus der Haft sollte Edda Schönherz im September 1977 als Hilfskraft in einer Großbäckerei arbeiten, andernfalls drohte man ihr weitere zweieinhalb Jahre Arbeitserziehungshaft an. Sie fand jedoch eine Anstellung als Fotografin bei der Katholischen Kirche in Berlin.

Da Frau Schönherz an dem Ausreiseantrag für sich und ihre Kinder Annette und René festhielt, konnte sie im Dezember 1979 in die Bundesrepublik Deutschland ausreisen.

Von Mai 1980 bis 2000 war Edda Schönherz feste freie Mitarbeiterin und arbeitete als Ansagerin beim Bayerischen Fernsehen in München, wo sie unter anderem Sendungen wie Fastnacht in Franken zusammen mit Egon Helmhagen moderierte.

Ende 2002 kehrte Schönherz nach Berlin zurück und führt seit 2003 Besuchergruppen als Zeitzeugenreferentin für Politische Bildung durch die Gedenkstätte Hohenschönhausen.

2004 bildete Schönherz u. a. den Stammtisch der ehemaligen politischen Frauen aus Hoheneck.

DDR Zeitzeugin Edda Schönherz vor Erich-Honecker-Plastik
DDR Zeitzeugin Edda Schönherz im Gespräch mit Gästen

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Das Bildungsangebot beinhaltet:

➡️ DDR-Zeitgeschichte vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte
➡️ Interessantes aus dem Berufsleben einer Fernsehansagerin des DDR-Fernsehens
➡️ Die Zeit im DDR-Gefängnis
➡️ Fragen und Antworten

Bei der Buchung über InBerlinReisen bemühen wir uns in Zusammenarbeit mit der Unterkunft in Berlin einen kostenlosen Raum für das Zeitzeugen-Gespräch zu finden.

Im Oktober 2006 wurde Schönherz für ihr Engagement für die Aufarbeitung von SED-Unrecht durch den Bundespräsidenten Horst Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

DDR Zeitzeuge Stephan Giering

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Mit 16 Jahren alleine in den Westen geflüchtet. Jüngster Zeitzeuge der DDR.

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